Morbus Dupuytren

Der Morbus Dupuytren ist eine Erkrankung der Palmaraponeurose, welche an der Beugeseite der Hand quasi als verstärkende Bindegewebsschicht unter der Haut „eingezogen“ ist. Sie ist für den Schutz der Nerven, Gefäße und Sehnen zuständig, die in der Hohlhand verlaufen. Das sind immerhin etwa 40 empfindliche Strukturen, die bei der arbeitenden Hand der Gefahr einer Verletzung ausgesetzt sind (pro Finger zwei Beugesehnen und zwei Gefäß-Nervenbündel – bestehend aus Arterie, Vene, Nerv).

Diese Palmaraponeurose kann es jedoch auch übertreiben und gutartig zu wuchern beginnen. Es bilden sich entlang der Finger knötchen- oder strangförmig Verdickungen, die in weiterer Folge zu einer Bewegungseinschränkung der betroffenen Finger führen. Die Ursache ist unbekannt. Vererbung wird angenommen. Die Erkrankung betrifft in der Regel mehr Männer als Frauen.

Diagnostik

Sie ergibt sich aus dem klinischen Befund und Bild. Eine bildgebende Untersuchung ist in der Regel nicht erforderlich.

Therapie

Als konservative Behandlung kommen nur konsequente Dehnungsübungen in Frage.

Chirurgisch: In Blutsperre werden die Knötchen und Stränge vorsichtig vom Bindegewebe der Nerven, Gefäße und Sehnen abpräpariert und entfernt. Wenn die Strangbedingte Bewegungseinschränkung noch nicht allzu lange bestanden hat, ist ein Strecken der Finger in den meisten Fällen wieder möglich. Haben sich jedoch bereits Schrumpfungen der Gelenkskapseln eingestellt, ist das vollständige Strecken durch das Entfernen des wuchernden Bindegewebes nicht mehr herstellbar und alternative chirurgische Ansätze müssen erwogen werden.

Kollagenase: Seit 2011 kommt auch die nicht-chirurgische Therapie in Form von Kollagenase-Injektionen zum Einsatz, welche die Bindegewebswucherungen chemisch/enzymatisch auflösen soll. Die Methode kommt nur bei gut abgegrenzten Einzelsträngen zur Anwendung. Danach ist eine Behandlung mit Streckschienen notwendig. Das Medikament ist sehr teuer. Langzeitergebnisse liegen noch nicht vor.

Nachbehandlung

Bis zur Nahtentfernung sollte man die Hand streng schonen. Danach sollte man die Narben pflegen. Heiße Bäder sind zu vermeiden, da sie die Schwellneigung begünstigen. Es muss keine Schiene getragen werden. Mit Bewegungsübungen soll unmittelbar nach dem Eingriff begonnen werden, um ein Verkleben der Sehnen zu verhindern. Etwa ein Monat lang sollte man auf schwere Arbeit, Heben, Schieben, Drücken und Ziehen mit der operierten Hand verzichten.

Komplikationen

Diese ergeben sich durch die unmittelbare Nähe der Wucherungen zu Nerven, Gefäßen und Sehnen. Sie können beim Präparieren verletzt werden. Auch Infektionen und Blutergüsse kommen vor.