Kreuzbandriss

Lage und Funktion der Kreuzbänder

Das Bild zeigt einen Riss des vorderen Kreuzbandes.
Riss des vorderen Kreuzbandes

Die Kreuzbänder sind 8-10 mm dicke Bandstrukturen in Kniemitte zwischen Oberschenkel und Schienbein. Das vordere Kreuzband verläuft schräg von der Vorderseite des Schienbeinkopfes nach oben zum Oberschenkelknochen. Das hintere Kreuzband dagegen liegt zwischen dem hinteren Teil des Schienbeinkopfes und dem Oberschenkelknochen. Von vorne betrachtet scheinen sich die beiden Kreuzbänder in ihrem Verlauf von unten nach oben zu kreuzen – daher der Name Kreuzbänder.

Die Kreuzbänder sind mit den Seitenbändern und Menisken für die Stabilisierung des Knies verantwortlich. Das vordere Kreuzband reißt meist durch eine Verdrehung im Kniegelenk, wobei das Körpergewicht über den fixierten Unterschenkel „gehebelt“ wird. Dabei kann es zusätzlich zu Verletzungen am Innenband und Innenmeniskus kommen, da alle drei Strukturen ein System bilden. Das hintere Kreuzband ist viel seltener betroffen.

Symptome

Es findet sich anfangs neben Schmerzen auch eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Schwellung des Kniegelenkes. Später auch ein Unsicherheits- und Instabilitätsgefühl beim Gehen. In der klinischen Untersuchung findet sich ein positiver Schubladentest – der Schienbeinkopf lässt sich bei gebeugtem entspannten Knie um mehrere Millimeter nach vorne schieben.

Auslassphänomen oder Giving way

Dieses Instabilitätsgefühl nennt man auch Giving way. Das Auftreten von Giving way ist in die Therapieplanung miteinzubeziehen. Es lohnt sich, nach entsprechender Physiotherapie und Muskelaufbautraining eine Art Tagebuch zu führen, in das man die Anzahl der Auslassphänomene vermerkt und wann sie aufgetreten sind (beim normalen Gehen, beim Stiegensteigen, beim Laufen oder nur bei extremer Belastung). Dies ist eine wichtige Information für Ihren Arzt.

Therapie des Risses des vorderen Kreuzbandes

Im akuten Stadium, also unmittelbar nach der Verletzung, behandelt man das geschwollene Knie mit Hochlagern, kühlen Umschlägen, Belastung bis zur Schmerzgrenze, anfängliche Verwendung von Krücken, entzündungs- und schmerzhemmenden Medikamenten.

Das Knie sollte nicht punktiert und auch nicht ruhiggestellt werden (ausser es besteht ein zusätzlicher Riss des Innenbandes). Nach Abklingen der akuten Reizung ist ein baldiger Beginn mit Physiotherapie und Muskelaufbau empfohlen. Manche Patienten finden damit das Auslangen.

Für welche Therapie – mit oder ohne OP – man sich entscheidet, hängt ausser vom eigenen Anspruch an sein Knie noch von einigen anderen Faktoren ab. Zum Beispiel vom Alter, von Zusatzerkrankungen wie Diabetes oder Übergewicht, von bereits bestehenden Abnützungserscheinungen mit bereits eingeschränkter Beweglichkeit des Kniegelenkes aber auch von der Schwere der Instabilität (siehe Auslassphänomen oder Giving way weiter oben).

Kreuzbandersatzoperation

Für sportlich sehr aktive oder junge Patienten oder Patienten, die in ihrem Arbeitsleben auf die Stabilität ihrer Knie angewiesen sind, empfiehlt sich bei Instabilität die Kreuzbandersatzoperation. Dabei wird das vordere Kreuzband durch eine körpereigene Sehne mittels arthroskopischer Technik ersetzt.

 

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