Hüftgelenksarthrose = Coxarthrose

Hüftschmerzen können verschiedene Ursachen haben: Anatomische Gründe können in einer zu flach ausgebildeten Hüftpfanne oder einem Achsen-Missverhältnis liegen. Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes können zu einem Zusammenbruch des Gelenksgefüges führen. Auch bei Infektionskrankheiten kann die Hüfte mitreagieren. Am häufigsten jedoch ist die altersbedingte Abnützung. Dann spricht man von einer Hüft-Arthrose oder Coxarthrose.

Coxarthrose

Bei der Coxarthrose ist der Gelenksknorpel des Hüftkopfes und der Hüftpfanne stark abgenützt bis fehlend. Knochen reibt auf Knochen. Im Röntgenbild zeigt sich eine Verschmälerung des Gelenksspaltes oder ein völliges Fehlen desselben, zusammen mit Knochenanbauten und Zysten.

Die Coxarthrose äußerst sich durch Schmerzen vor allem beim Gehen, geringer auch in Ruhe. Die Beweglichkeit des Hüftgelenkes nimmt deutlich ab, sodass das Socken- oder Schuhanziehen erschwert ist. Das Sitzen auf niedrigen Stühlen wird nicht lange vertragen. Die Gehstrecke nimmt auf Grund der Schmerzen deutlich ab – konnte man vor einem Jahr noch einiges Stunden wandern, schafft man jetzt mit Mühe deutlich weniger.

Therapiemöglichkeiten

Bei Übergewicht sollte Normalgewicht angestrebt werden. Zusätzlich ist Bewegung angezeigt: Spaziergänge, Schwimmen und Gymnastik erhalten die Beweglichkeit oder verhindern, dass sie weiter abnimmt. In Schmerzphasen sind antirheumatische Medikamente angezeigt, die man bis zur Besserung mit Magenschutz einnehmen sollte. Auch ein Gehbehelf kann nützlich sein, um die Hüfte zu e.prelog@aon.attlasten. Wenn nichts mehr hilft und der Leidensdruck über längere Zeit anhält, ist die Versorgung mit einem künstlichen Hüftgelenk eine gute Option. Im Fachjargon heisst das künstliche Hüftgelenk TEP (Totalendoprothese).

Schritte beim chirurgischen Hüftgelenksersatz

Hüft-Totalendoprothese (Hüft-TEP)

Bei der Implantation einer Hüft-TEP wird der abgenützte Knorpel der Hüftpfanne ausgefräst und mit einer künstlichen Hüftpfanne versorgt. Der Hüftkopf wird entfernt und in den Oberschenkelschaft wird ein künstlicher Kurzschaft samt Hüftkopf eingesetzt. Der Zugang zum Hüftgelenk erfolgt durch einen etwa 10 cm langen Schnitt (vorderer Zugang). Der Sitz der TEP wird während der OP mittels Röntgen kontrolliert. Die Implantation erfolgt im Normalfall ohne Zement, da eine präzise präoperative Planung zusammen mit den modernen Instrumenten und Implantaten eine sichere press-fit Verankerung erlauben.

Nach der OP können Sie mit Krücken vollbelastend gehen. Jüngere oder sportlicher Patienten können es sogar ohne Gehbehelf versuchen. Die Nahtentfernung erfolgt nach 10 bis 14 Tagen.

Risiken

Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks birgt natürlich auch Risiken wie Infektion, Lockerung der Prothesenteile, Verreknung des Kunstgelenkes, Beinverkürzung oder- verlängerung, Verletzung von Nerven, Brüche der Gelenkspfanne oder des Oberschenkelschaftes. Komplikationen treten in 1 – 5% auf.

Das Risiko erhöht sich bei Patienten mit Diabetes, Übergewicht und Durchblutungsstörung (Gefäßverkalkung, Rauchen). Erkundigen Sie sich bei Ihrem Operateur nach Infektions- bzw. Komplikationsraten und Möglichkeiten, diese zu reduzieren.

Nach der OP

Bis zum sicheren Gang ist das Benützen von Gehilfen empfohlen. Je nach Allgemeinzustand oder „Fitness“ des Patienten ist die Dauer des Krükengehens unterschiedlich.

Ein Reha Aufenthaltt empfiehlt sich erst nach frühestens 6 Wochen nach OP. Die oberflächliche und tiefe Wunde sollte verheilt sein. Der Patient kann bei seinen alltäglichen Aktivitäten herausfinden, was er bei der Reha – ausser dem Routineprogramm – bevorzugt benötigt.

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